Gastarbeitern


Die Geschichte der Gastarbeiter in der Bundesrepublik Deutschland (1955-1973)

Ab den 1950er Jahren erlebte die Bundesrepublik Deutschland einen erheblichen Mangel an Arbeitskräften, der durch den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg bedingt war. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, schloss die Bundesregierung Anwerbeabkommen mit verschiedenen Ländern, um ausländische Arbeitskräfte, sogenannte "Gastarbeiter", zu gewinnen. Diese Abkommen wurden mit Ländern wie Italien (1955), Türkei (1961) und Jugoslawien (1968) geschlossen und sollten die wirtschaftlichen Bedürfnisse der BRD decken.

Bildbeschreibung

Islam Bunjaki ,Duisburg

Gastarbeiter in Deutschland

Ursprünglich war geplant, dass die Gastarbeiter nach einer gewissen Zeit in ihre Heimat zurückkehren würden. Viele von ihnen kamen zunächst alleine nach Deutschland, in der Hoffnung, ausreichend Geld zu verdienen, um anschließend in ihr Heimatland zurückzukehren. Doch die Realität sah oft anders aus: Mit der Zeit blieben viele Gastarbeiter dauerhaft in Deutschland und holten ihre Familien nach. Insbesondere die türkischen Arbeitskräfte stellten bald einen bedeutenden Teil der ausländischen Belegschaft dar.

Mit der Wirtschaftskrise 1973 führte die Bundesregierung einen Anwerbestopp(23.Nov.1973) für Arbeiter aus Nicht-EG-Ländern ein. Diese Maßnahme sollte den Arbeitsmarkt entlasten, führte jedoch nicht zu einem vollständigen Einwanderungsstopp. Die in Deutschland lebenden ausländischen Bürger blieben und es entwickelten sich erste Ansätze zur Integration. In vielen Gemeinden wurden Ausländerbeiräte gewählt, die den Anliegen der Ausländer Gehör verschaffen sollten.

Die Lebensbedingungen der Gastarbeiter waren anfangs oft schwierig. Sie lebten in einfachen Gemeinschaftsunterkünften und hatten es aufgrund von Sprachbarrieren schwer, Kontakte zu deutschen Kollegen zu knüpfen. Trotz dieser Herausforderungen fanden viele Gastarbeiter schließlich ihren Platz in der deutschen Gesellschaft und leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaft des Landes.