Jubelnde DDR-Flüchtlinge in Österreich. Etwa 600 DDR-Bürger/-innen. Aufgenommen am 19. August 1989.
Im Mai 1989 begann Ungarn, seine Grenzsicherungsanlagen abzubauen, und öffnete am 11. September offiziell die Grenze zu Österreich. Bis Ende September nutzten etwa 25.000 DDR-Bürger diesen Fluchtweg. Gleichzeitig kam es zu einem Anstieg der Ausreisewilligen in der bundesrepublikanischen Botschaft in Prag. Am 30. September durften 10.000 Flüchtlinge ausreisen, gefolgt von Tausenden in den kommenden Tagen.
In West-Berlin bildeten sich zahlreiche Gruppen von Fluchthelfern, darunter viele, die selbst geflohen waren und helfen wollten. Studierende und Schüler organisierten Fluchten durch Tunnel und andere geheime Wege. Trotz großer Risiken und der Gefahr von Verhaftungen gelang es in den ersten Jahren nach dem Mauerbau über 50.000 Menschen, in den Westen zu fliehen.
Mit der Zeit wurde Fluchthilfe kommerzialisiert, was zu einem Anstieg der Kosten führte. Die Preise für Fluchtangebote stiegen von 3.000 DM in den frühen Jahren auf bis zu 15.000 DM in den späten 1960er Jahren. Die DDR reagierte mit harten Strafen gegen Fluchthelfer und setzte Spitzel in die Gruppen ein.
Seit 1963 kaufte die Bundesrepublik Deutschland insgesamt 33.755 politische Häftlinge aus der DDR frei, darunter viele, die wegen Fluchthilfe inhaftiert waren. Für jeden Freigekauften zahlte die BRD durchschnittlich 40.000 DM, später bis zu 90.000 DM. Diese geheimen Abkommen werden als „Sondergeschäft“ bezeichnet und beinhalteten auch Warenlieferungen an die DDR. Die Häftlinge wurden meist in speziellen Bussen über die Grenze gebracht und nach Gießen in ein Notaufnahmelager transportiert.
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